“Wenn im Inneren das korrekte Qi (hier: Immunabwehr) herrscht, dann kann die Krankheit nichts anrichten.“
(Huang Di Nei Jing, Su Wen)

Durch die Massnahmen gegen die Covid-19-Pandemie hat sich unser Leben verändert. Der letzte Monat hat den meisten von uns in irgendeiner Weise zugesetzt, sowohl durch körperliche Unausgeglichenheit wie auch durch seelische und emotionale Belastungen. Gerade jetzt, wo ein stabiles Immunsystem wichtig wäre, greifen zusätzlich, innere und äussere Belastungen unser Immunsystem an.

Die TCM bietet uns die Möglichkeit, rechtzeitig die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wir weiterhin fit und gesund im Leben stehen. Sie kann uns helfen, ein starkes Immunsystem aufzubauen und unsere emotionale und psychische Verfassung zu stabilisieren.

Was in der westlichen Medizin als Immunsystem bezeichnet wird, entspricht in der TCM der vitalen Energie, dem sogenannten Qi. Das Qi ist die Kraft, die krankheitsverursachenden Faktoren (Pathogenen) entgegensteht. Ein starkes Qi entsteht, wenn Yin und Yang, die dualen Kräfte im Körper, in harmonischer Balance stehen. Wenn das Qi stark ist, können Pathogene vom Körper abgewehrt werden. Ist das Qi aber schwach, kann der Körper die krankheitsverursachenden Faktoren nicht in Schach halten.

Ein gesunder Körper kann kurzfristige Störungen im Energiefluss ausgleichen, wobei sich die Organe gegenseitig unterstützen. Erst wenn es in einem oder in mehreren Organen über längere Zeit zu viel oder zu wenig Qi gibt, und wenn die anderen Organe dieses Ungleichgewicht nicht mehr ausbalancieren können, kommt es zu Beschwerden.

Störungen des Qi können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Eine Schwächung der Lunge kann z. B. eine Anfälligkeit für Allergien oder Atemwegserkrankungen auslösen. Eine Nierenschwäche dagegen kann u. a. zu Blasenschwäche, chronischer Blasenentzündung, Menstruationsstörungen, aber auch zu Rückenschmerzen oder zu Arthrose führen. Wenn also eines der Organe Milz, Leber, Herz, Lunge oder Niere in seiner Funktion gestört ist, ist das Qi und damit die Immunabwehr geschwächt.

In der Chinesischen Medizin hängen psychische Beschwerden auch mit dem Funktionszustand der inneren Organe zusammen. Eine Leberschwäche kann z. B. Depressionen, Wut und Reizbarkeit, aber auch Schlafstörungen hervorrufen. Solche Zusammenhänge bestehen auch in umgekehrter Richtung: Starke Emotionen schwächen die Organe. Ein Trauma z. B. kann die Niere schädigen, übermässiger Zorn die Leber.

Die TCM kann helfen, die Schwächen einzelner Organe auszugleichen und die Harmonie im gesamten Organsystem wiederherzustellen. Dadurch wird unser Qi gestärkt und stabilisiert. Charakteristisch für die TCM ist, dass Erkrankungen, abhängig von der Art der Disharmonie, individuell und somit möglicherweise bei jedem Menschen anders behandelt werden. Die Therapie umfasst dabei den Bewegungsapparat, die Organe und die Psyche – also den gesamten Organismus eines Patienten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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