Qi

Bedeutung: Der Begriff bedeutet soviel wie Energie, Atem oder Fluidum, wörtlich übersetzen kann man ihn mit Luft, Gas, Dampf, Hauch, Äther sowie Temperament, Kraft oder Atmosphäre. Er bezeichnet auch die Emotionen des Menschen und steht nach moderner daoistischer Auffassung für die Tätigkeit des neurohormonalen Systems.

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird Qi als generelle Lebensenergie oder Energie des Spirituellen angesehen. Bei jeder traditionellen chinesischen Therapieform geht es darum, das Qi wieder in seinen natürlichen, ausgeglichenen Zustand zu bringen. Befindet sich der Mensch und der Fluss seines Qi im Einklang mit diesen Gesetzmäßigkeiten, so kann man von körperlicher und seelischer Gesundheit sprechen. Ist aber der Fluss des Qi über längere Zeit gestört, dann entsteht Krankheit.

Qi kann man keine eindeutige Eigenschaft der Kategorien “materiell” oder “immateriell” zuweisen, es kann gewissermassen beide Zustände annehmen. Die Chinesen unterscheiden zwischen drei Abstufungen oder Manifestationen:

  1. Blut-­‐xue
  2. Essenz-­‐Jong
  3. Körperflüssigkeiten-­‐jinye

Für einen Arzt der traditionellen chinesischen Medizin ist es wichtig, den Qi-­‐Fluss in seinen natürlichen Bahnen zu gewährleisten bzw. ihn wiederherzustellen, wenn er gestört ist. Dazu hat die chinesische Medizin eine komplexe Lehre von den Bahnen und Wirkweisen der verschiedenen Ausformungen von Qi entworfen. Sie basiert auf der obengenannten Dreiteilung der Qi-­‐Manifestationen, unterscheidet diese aber je nach ihrer Funktion und Korrespondenz mit bestimmten Organen.

Die Manifestationen von Qi sind nicht statisch, sondern befinden sich in einem ständigen Umwandlungsprozess. Das Funktionieren dieses Prozesses hängt wiederum vom intakten Funktionieren der Organe ab. Interessanterweise weisen die Chinesen gemäss dieser Lehre den Organen eine ganz andere Funktion zu, als dies die westliche Medizin tut.

Neiqi und Waiqi

Qi kann man in Neiqi (innerer Atem) und Waiqi (äusserer Atem) unterteilen. Neiqi ist die im Körper gespeicherte Energie. Es ist die bei der Geburt übernommene Energie des Ur-­‐Atems, des Yuanqi. Bei der Geburt des Menschen bilden sich durch Aufnahme des Ur-­‐Qi Geist, Körper, Speichel und Samen des Menschen. Waiqi steht für die eingeatmete Luft.

Neben der traditionellen chinesischen Medizin gibt es noch mehrere verschiedene Lehren, die auf dem Verständniss von Qi basieren:

  1. Neokonfuzianismus
  2. Qigong
  3. Feng Shui
  4. Kampfkünste